Pflegekräfte aus Vietnam

LIA Pflegekräfte aus VietnamMit der Unterstützung vom vietnamesischen Arbeitsministerium (MoLISA) und seinem Department for Overseas Labour (DOLAB)  hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Herbst 2013 ein Pilotprojekt zur Ausbildung von jungen Vietnamesinnen und Vietnamesen für die Altenpflege in Deutschland begonnen.

Grund ist der akute Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland, der auf dem heimischen Markt nicht gedeckt werden kann. Vietnam ist ein Land mit einer jungen Bevölkerung, weshalb das Land für das Pilotprojekt ausgewählt worden ist.

In diesem Pilotprojekt sollen vietnamesische Fachkräfte innerhalb der nächsten zwei Jahre durch eine Zusatzausbildung zu Altenpflegern qualifiziert werden, um einen Teil des Bedarfs zu decken. Die Auszubildenden werden durch einen halbjährigen Intensivsprachkurs in Vietnam auf ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereitet. Die angehenden Pflegekräfte werden anschließend eine Ausbildung in deutschen Altenpflegeeinrichtungen durchlaufen. Im Gegensatz zu Vietnam haben die Pflegekräfte in Deutschland langfristige berufliche Perspektiven. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und soll als Modell zur Anwerbung weiterer ausländischer Fachkräfte dienen.

Ein Integrationsprogramm schult die Teilnehmer schon im Heimatland für den deutschen Berufsalltag – „da geht es von den Feinheiten des deutschen Sozialversicherungssystems bis hin zu praktischen Herausforderungen wie dem Bedienen von Fahrkartenautomaten“, sagt Dominik Ziller, Leiter der Geschäftseinheit Migration bei der GIZ. Wichtig sei zudem die Anerkennung der ausländischen Abschlüsse. „Ohne diese Anerkennung können die ausländischen Fachkräfte nur als Pflegehelfer arbeiten und verdienen weniger Geld.“

„Bei unserem Vermittlungsprogramm gewinnen alle“, urteilt Ziller. „Die Pflegebedürftigen in Deutschland, die Pflegekräfte aus dem Ausland und auch das abgebende Land.“ Die Teilnehmer würden nur aus solchen Ländern rekrutiert, in denen ein Überangebot an Fachkräften bestehe. Aus Deutschland überwiesen sie dann Geld nach Hause, um ihre Familien zu unterstützen und bei einer Rückkehr in die Heimat könnten sie mit ihren neu erlernten Kompetenzen einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Altenpflege leisten.

Seniorin Paulus, die seit fünf Jahren im Leonhard-Henninger-Haus in München wohnt, freut sich, wenn die neue Auszubildende Hang Le Thi zu ihr kommt. Gemeinsam liest die 91-Jährige mit der jungen Vietnamesin Zeitung oder erzählt ihr von ihren Söhnen, Enkeln und Urenkeln. „Ich genieße den Kontakt zu ihr und bin sehr zufrieden“, sagt Paulus. „Für die Bewohner ist der interkulturelle Austausch mit den Vietnamesen eine Bereicherung“, schwärmt auch Heimleiter Frank Chylek. Die Auszubildenden aus Vietnam würden als überaus freundlich und offen erlebt und seien sehr respektvoll im Umgang.

Hang Le Thi will nach Abschluss der Ausbildung ihre Familie in Hanoi besuchen. Danach hat sie vor, als Altenpflegerin in Deutschland zu arbeiten. „Wir investieren in die Leute und würden sie auch gerne langfristig als Mitarbeiter bei uns halten“, sagt Geschäftsführer Prölß. Bisher hätten alle vietnamesischen Auszubildenden die Probezeit geschafft. „Unter ganz regulären Bedingungen. Das ist eine große Leistung.“ – Quelle: www.evangelisch.de

 

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