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Deutsche Hochschulbildungsmesse 2015 in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt

Deutsche Hochschulbildungsmesse 2015

Im Dezember 2015 fand in Hanoi und in Ho-Chi-Minh-Stadt die vom DAAD organisierte Hochschulbildungsmesse statt.

Teilgenommen haben die Vertreter von elf deutschen Hochschulen (staatliche und private Universitäten) sowie Technische Universitäten und Fachhochschulen aus Vietnam und stellten ihr vielfältiges Angebot vor. An beiden Messetagen interessierten sich insgesamt über 1000 Gäste für die Hochschulbildungsmesse. Die nächste Deutsche Hochschulbildungsmesse wird im Jahr 2017 stattfinden.

(Ngày hội Giáo dục Đại học Đức 2015 do Cơ quan Trao đổi Hàn lâm Đức tổ chức đã diễn ra vào thứ bẩy vừa rồi 12.12. tại Hà Nội và vào chủ nhật 13.12. tại TP. Hồ Chí Minh. Đại biện lâm thời Đại sứ quán Đức ông Hans-Jörg Brunner đã khai mạc sự kiện tại Hà Nội và Tổng lãnh sự Đức ông Hans-Dieter Stell tại thành phố Hồ Chí Minh. Đây là lần thứ 13 đại diện các trường đại học Đức bao gồm các trường đại học tổng hợp, đại học tổng hợp kỹ thuật, đại học khoa học ứng dụng công lập và dân lập tham gia Ngày hội Giáo dục Đại học Đức tại Việt Nam để giới thiệu các chương trình đào tạo phong phú của mình. Hai ngày hội đã diễn ra rất thành công với sự tham dự của hơn 1000 người. )

 

Quelle: hanoi.diplo.de

ThuTuong

Deutschland und Vietnam

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam besitzen eine besondere Qualität. In Deutschland leben rund 125.000 Vietnamesen bzw. Deutsche vietnamesischer Abstammung, in Vietnam sprechen ca. 100.000 Menschen Deutsch.

Durch die Vietnam-Besuche der Bundeskanzlerin und des Bundesaußenministers 2011, des Bundeswirtschaftsministers 2012 sowie den Deutschland-Besuch des vietnamesischen Außenministers Pham Binh Minh 2012 haben die bilateralen Beziehungen neue Impulse erhalten. Im Oktober 2011 unterzeichneten die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Premierminister Nguyen Tan Dung die „Hanoier Erklärung“ zur Begründung einer „strategischen Partnerschaft“ zwischen Deutschland und Vietnam.

Erklaerung von Hanoi (2011) [pdf, 23.12k]

Deutschland unterstützt nicht nur den wirtschaftlichen Transformationsprozess Vietnams. Die Reform der vietnamesischen Rechtsordnung ist Aufgabe des deutsch-vietnamesischen Rechtsstaatsdialogs. In Form von rund 80 Seminaren, Fachgesprächen und Studienreisen pro Jahr deckt der Rechtsstaatsdialog ein breites inhaltliches Spektrum ab: Beratung bei Gesetzgebungsvorhaben in Vietnam, Weiterentwicklung des Rechtssystems, Weiterbildung von Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten und Notaren, Beratung bei der Umsetzung internationaler Konventionen und Regelwerke, Reform des Zivilrechts (v. a. Eigentumsrecht, Schutz geistigen Eigentums) und des Zivilprozessrechts, des Arbeits-, Gewerkschafts- und Sozialrechts, Weiterentwicklung des Straf- und Strafprozessrechts, des Handelsrechts, der Verfassungsgerichtsbarkeit, Förderung der Menschenrechte, Rechtshilfe und weitere Themen.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die Errichtung eines „Deutschen Hauses“ in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Anlässlich des 35. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Vietnam wurde das Jahr 2010 als „Deutsch-Vietnamesisches Jahr“ mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert.

 

Source: hanoi.diplo.de

sam-bao-DW-Politik-Berlin

Wirtschaftsbeziehungen zwischen Vietnam und Deutschland

Viele deutsche Musterschüler stammen aus Vietnam – oft erringen sie Spitzenleistungen. Doch die strenge Erziehung hat ihre Schattenseiten
sam-bao-DW-Politik-Berlin

Bao Chau (l.) ist ein sehr pflichtbewusstes Mädchen. Ihre Familie legt Wert darauf, dass sie viel lerntFoto: Dominik Butzmann

Am Mittwoch, dem asiatischen Silvesterabend, haben die Tran Chaus gefeiert. Als die Familie um sieben Uhr am Abendbrottisch in ihrer kleinen Wohnung in einem Berliner Plattenbau versammelt saß, gab es Klebreiskuchen mit grünen Bohnen und süßen Pudding. Anschließend hat die zehnjährige Bao Chau beim Abwasch geholfen und sich mit ihrer kleinen Schwester, mit der sie das Bett teilt, schlafen gelegt. Mit der Taschenlampe unter der Bettdecke hat sie noch in einem Jugendroman über Kampfkatzen gelesen.

Bao Chau bedeutet „Schatz“, und ihre Mutter Anh Ngo lässt keinen Zweifel daran, dass ihre Kinder das Wichtigste sind in ihrem Leben. „Für eine gute Ausbildung meiner Töchter gebe ich alles, um jeden Preis“, sagt sie. „Das ist so Tradition in vietnamesischen Familien.“ Frau Ngo ist stolz. Seit einem halben Jahr geht Bao Chau auf das Heinrich-Hertz Gymnasium, eines der besten in ganz Berlin. Auf ihrem letzten Zeugnis hatte das Mädchen einen Notendurchschnitt von 1,3. Mathematik ist ihr Lieblingsfach. „Ich mag Zahlen und Logik“, sagt Bao Chau, wendet sich ihrer kichernden kleinen Schwester zu und signalisiert ihr mit dem Finger an den Lippen, sie solle das Gespräch nicht stören.

Vietnamesische Schüler sind in Deutschland erfolgreicher als Deutsche

An Gymnasien in den ehemaligen Berliner Ostbezirken Friedrichshain, Lichtenberg oder Marzahn stammen durchschnittlich 15 Prozent der Schüler aus einer vietnamesischen Familie. Gerade in Mathematik und Naturwissenschaften sind viele von ihnen stark. Bundesweit besuchen etwa 59 Prozent der vietnamesischen Schüler ein Gymnasium – damit sind sie erfolgreicher als deutsche Kinder (43 Prozent). Im Vergleich zu türkisch- oder italienischstämmigen Jugendlichen ist ihre Gymnasialquote fünfmal so hoch.

„Vietnamesische Eltern“, sagt der Erziehungswissenschaftler Olaf Beuchling, „sind sehr bildungsbewusst und setzen ihre Kinder unter hohen Leistungsdruck.“ Beuchling hat über den Bildungserfolg von Schülern vietnamesischer Herkunft promoviert, den er in dem Buch „Vom Bootsflüchtling zum Bundesbürger“ beschreibt.

Rund 100.000 Vietnamesen leben in Deutschland. In Westdeutschland gehen heute die Kinder der sogenannten Boatpeople auf die Schulen. Ihre Eltern stammen aus dem Süden Vietnams und kamen nach dem Sieg des kommunistischen Nordens Ende der 70er-Jahre in die Bundesrepublik. Die Tran Chaus hingegen stammen aus dem sozialistischen Norden ihres Heimatlandes und folgten in den 80er-Jahren dem Ruf der DDR. Nach der Wende hatten die Kombinatsarbeiter keinen Aufenthaltsstatus mehr, viele suchten ihren Broterwerb jenseits der Legalität – in Geschäften der vietnamesischen Zigarettenmafia etwa.

1993 schließlich legalisierte die Bundesregierung den Status der Vertragsarbeiter. Wegen ihrer Sprachprobleme blieb vielen nichts als die Selbstständigkeit; sie eröffneten Asia-Imbisse, Gemüse- oder Blumenläden und Nagel-Studios. Am Leben in der deutschen Gesellschaft nehmen sie bis heute kaum teil – und zum Deutschlernen haben sie keine Zeit. Doch ihre mangelnde Integration fällt weiter nicht groß auf, vielmehr arbeiten sie leise vor sich hin.

Kinder sehen, dass Eltern sich aufopfern

„Vietnamesen schuften hart, auch wenn sie krank sind, oft 365 Tage im Jahr“, sagt Tamara Hentschel vom Verein Reistrommel, der vietnamesischen Familien Hilfe anbietet. „Auch von ihren Kindern verlangen sie harte Arbeit – oft als Unterstützung im Laden, aber auch in der Schule. Sie bläuen ihnen ein, dass nur Bildung ein besseres Leben ermöglicht. Die Kinder sehen, dass sich die Eltern aufopfern und fühlen sich verpflichtet, es ihnen einmal ein Stück weit zurückzugeben.“ Also lernen sie.

Die Erfolge der vietnamesischen Kinder widerlegen die These, dass Migranteneltern selbst integriert sein müssen, damit der Nachwuchs in der Schule zurechtkommt. Ihre oft schlechte soziale Situation scheint kein Hindernis für die Bildungserfolge der Kinder. Vielmehr sind ihre hervorragenden Ergebnisse oft trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation der Familie möglich.

Bao Chau ist ein eifriges, pflichtbewusstes Mädchen. Ihr Wochenrhythmus folgt einen strammen Zeitplan. Gegen 15 Uhr kommt sie aus der Schule. Montagnachmittags besucht sie einen vietnamesischen Sprachkurs, damit sie ihre Muttersprache nicht verlernt. Dienstags holt sie ihre vierjährige Schwester von der Kita ab und nimmt sie mit zum Handballtraining. Mittwoch steht Klavierunterricht auf dem Programm, Donnerstag wieder Handball, Freitag ein Kurs in Musiktheorie. Jeden Tag übt Bao Chau eine halbe Stunde Klavier und macht etwa zwei Stunden Hausaufgaben. Samstag hat sie meist Handballspiele. Und sonntags? „Dann helfe ich im Haushalt“, sagt Bao Chau, „oder ich lese.“ Wenn Bao Chau eine schlechte Note bekommt, ärgert sie sich. „Wir suchen dann gemeinsam den Fehler“, sagt Frau Ngo, „und dann sage ich: ,Hier ist dein Problem.‘ Wenn ich ihr Kritik gebe, ist sie traurig, aber sie weiß, dass ich recht habe.“

Der strenge Erziehungsstil erinnert an die These der chinesisch-amerikanischen Mutter Amy Chua, Autorin des Bestsellers „Schlachtruf einer Tigermutter – Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte.“ Asiatische Mütter seien den westlichen überlegen, weil die ihre Kinder nicht richtig forderten und daher nicht wirklich fördern. Ihren Töchtern verlangte Chua ultimative Disziplin ab. Spielen, Herumträumen, Trödeln, Kindergeburtstage besuchen: All das ist verbotene Zeitvergeudung.

Die Konfuzianische Tradition besagt: Jeder kann durch Lernen vorankommen

Ganz so autoritär gehe es in vietnamesischen Familien nicht zu, sagt Beuchling, der seit 15 Jahren über die Bildungserfolge der Vietnamesen forscht. Vielmehr wirke die konfuzianische Tradition, nach der alle vorankommen können, wenn sie lernen, egal ob Bauer oder Fürstensohn. Auch präge die Vietnamesen ein großes Harmoniebedürfnis: Man wolle durch individuelle Wünsche nicht den Rhythmus der Familie, letztendlich der Gesellschaft stören.

Mit ihrer konfuzianischen Mentalität und ihrem Willen, sich zu beugen, werden die Asiaten zu Leistungsträgern im deutschen pädagogischen Bildungssystem. Der Anteil asiatischer Studierender hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt. Die meisten vietnamesischen Studenten in Deutschland sind sogenannte Bildungsausländer: Sie erwerben die Hochschulreife in ihrem Heimatland und kommen zum Studium oder für die Promotion hierher.

Der Gesundheitswissenschaftler Vuong Anh Duong etwa forscht an der TU Berlin über die Privatisierung von Krankenhäusern. Duong arbeitet für das Gesundheitsministerium in Hanoi. Seine Frau und seine beiden Söhne hat er in den vergangenen vier Jahren dreimal gesehen. „Wenn Du die Wahl hast – warum nicht im besseren Land studieren?“ fragt Duong. „Opfer für die Karriere zu bringen ist normal in Vietnam.“ Vietnamesische Familien sparen, um ihrem Kind ein Ingenieurwissenschafts-, Wirtschafts- oder Jurastudium in Deutschland zu ermöglichen.

Duong sagt, er bewundere die Lebensmentalität der Deutschen. „Sie sind sehr diszipliniert und lerneifrig, aber sie genießen das Leben auch“, sagt Duong.“Wir Vietnamesen überspannen den Bogen oft. Wir ruinieren unsere Gesundheit und unser Gehirn – und alles wegen der Karriere.“ Auch Tamara Hentschel vom Reistrommel-Verein kritisiert den enormen Leistungsdruck vietnamesischer Eltern. „Sie haben harte Strafen und sie üben psychische Gewalt aus, die Kinder haben keine Freizeit. Sie tun mir leid.“

Bao Chau weiß noch nicht, was sie einmal werden möchte. Das Mädchen sieht sich als Vietnamesin, sie hat einen vietnamesischen Pass, obwohl sie deutsch sozialisiert ist. Manchmal fällt es ihr schwer, ihren Eltern zu erklären, wie es ihr geht, es fehlen ihr die Worte auf Vietnamesisch und den Eltern die deutschen. Auf die Frage, auf was sich Bao Chau in Zukunft freut, sagt sie, auf die nächste Mathe-Olympiade. Bei der letzten hat sie nicht gut abgeschnitten. Das will sie nächstes Mal besser machen, sagt sie, und ihre Mutter lächelt dabei.

Von Politikredakteurin © WeltN24 GmbH 2015. Alle Rechte vorbehalten

DeutschVietnamesischerRechtsstaatdialog

Wirtschaftsbeziehungen zwischen Vietnam und Deutschland

Deutschland hat 2012 seine Position als größter EU-Handelspartner Vietnams stärken können: Im letzten Jahr konnte ein Handelsvolumen von 7,05 Milliarden USD erzielt werden. Die Importe aus Vietnam stiegen um 27,7 Prozent auf 5,11 Milliarden Euro, die deutschen Exporte nach Vietnam um 9,9 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro.

Wichtigste vietnamesische Exportprodukte nach Deutschland sind Elektronikartikel, Textilien, Schuhe, landwirtschaftliche Erzeugnisse (z.B. Kaffee und Pfeffer). Wichtigste Einfuhrprodukte aus Deutschland sind Maschinen und Anlagen, Kraftfahrzeuge und Produkte der chemischen Industrie. Vietnam hat das Ziel, sich bis 2020 zum Industrieland zu entwickeln. Der damit verbundene Bedarf an höherwertigen Anlagen sollte sich in einer weiter steigenden Nachfrage nach Maschinen ‚Made in Germany‘ äußern.

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft mit Büros in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi ist Teil des AHK-Netzwerks. Die Delegation befindet sich in Ho-Chi-Minh-Stadt in einer Bürogemeinschaft mit der Deutschen Kaufmannschaft (German Business Association), in der sich über 160 deutsche Unternehmen zusammengeschlossen haben. Deutsche Unternehmen haben 1,053 Mrd. USD in Vietnam investiert (wobei wichtige Investitionen deutscher Unternehmen, die über Auslandstöchter gesteuert werden, statistisch schlecht zu erfassen sind). Seit 2008 ist auch „Germany Trade and Invest“ (GTAI, früher Bundesagentur für Außenwirtschaft bfai) mit einem Korrespondenten in Hanoi vertreten.

40 Jahre Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam

40 Jahre Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam

Im Jahr 2015 feierten Deutschland und Vietnam das 40-jährige Jubiläum ihrer einzigartigen Beziehungen. Die aufgrund ihrer Lebensgeschichte starke Verbundenheit vieler Vietnamesen und Vietnamesinnen mit Deutschland macht diese Beziehungen so besonders.

Anlässlich dieses Jubiläums wurde von der deutschen Botschaft eigens ein Wettbewerb veranstaltet und es entstand ein Logo, stellvertretend für die Dynamik und enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Vietnam.

Auf der Website und der Facebook-Seite der deutschen Botschaft in Hanoi sind ständig Informationen zu aktuellen Veranstaltungen zu finden. www.facebook.com/GermanyinVietnam oder  #ducviet40

 

Quelle: hanoi.diplo.de

LIA_Hamburg

Veranstaltung: „Hamburg, Tôi kể bạn nghe“ (Hamburg, ich erzähle dir)

Hamburg

Veranstalter: Verein der Vietnamesischen Studierenden in Hamburg, Verein der Vietnamesen in Harburg und Lia GmbH (website: www.lia.vn)

Inhalt:
– Was ist der Kulturunterschied zwischen Deutschland und Vietnam?
– Welche Kommunikationsfehler machen viele Vietnamesen in Deutschland?
– Welche traditionellen Tage in Deutschland gibt es und was bedeuten sie?
– Was ist typisch für die deutsche Küche?
– Wie kann ich mich mit Deutschen anfreunden/befreunden?
– Brauchst du ein Tandem Partner um deutsch oder vietnamesisch zu lernen/verbessern?
– Wie kann ich ein Werkstudenten Job oder ein Praktikum in Deutschland finden?
– Wie ist das Essen in einem 5 Sterne Hotel? Wir bekommen an dem Tag, Kuchen und Torte von einem Konditor Meister in Deutschland. Kostenlos dazu gibt es Glühwein, Tee und Kaffee zum genießen.

Ziel:

Vietnamesische Studenten brauchen Tipps und Kulturelle Information in Deutschland um sich integrieren zu können. Vietnamesen die schon lange in Deutschland leben, unterstützen zusätzlich die Studentenvereinigung. Die beiden Gruppen haben unterschiedliches Wissen, und wollen voneinander deutsch oder vietnamesisch lernen. Durch diese Veranstaltungen können die Besucher mehr über beide Kulturen lernen und verstehen.
Zeit: 12.12.2015 von 13:30 bis 17:00
Ort: ESA West 221 – Uni Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

PDF VN-Veranstaltung

Wirtschaftsstandort Vietnam Mit „Doi-Moi“ zum Investorenliebling

Die EU hat mit Vietnam vor wenigen Tagen ein Freihandelsabkommen geschlossen. Beide Seiten versprechen sich viel davon. Der anhaltende Aufschwung macht Vietnam attraktiv für Investoren. Doch der Erfolg hat viele Schattenseiten.

Von Nicola Glass, ARD-Hörfunkstudio Südasien, zzt. Bangkok

In Vietnam mit seinen mehr als 90 Millionen Einwohnern gebe es beachtliche neue Möglichkeiten für europäische Unternehmen, so die EU. Nach China ist die Europäische Union bereits der zweitgrößte Handelspartner Vietnams. So belief sich nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat der Umsatz im Handel zwischen beiden Seiten allein im vergangenen Jahr auf 28 Milliarden Euro.

Aus der Europäischen Union gelangen vor allem Hightech-Produkte, Fahrzeuge, Maschinen und pharmazeutische Produkte nach Vietnam. Im Gegenzug exportiert Vietnam hauptsächlich elektronische Produkte, Kaffee, Textilien, Reis und Möbel in die EU.

Aufschwung durch „Politik der Öffnung“

Motorroller in einer Fabrik nahe Hanoi | Bildquelle: REUTERS

Bislang investierten vor allem asiatische Unternehmen in Vietnam – europäische Hersteller wie der italienische Piaggio-Konzern, der in Vietnam Motorroller produziert, sind eher eine Ausnahme.

Seit seiner 1986 initiierten „Politik der Öffnung“ (der „Doi-Moi“-Politik) erlebt das südostasiatische Land einen rasanten ökonomischen Aufschwung und ist zum Liebling ausländischer Investoren avanciert. Es waren bisher insbesondere Unternehmen aus Südkorea und Japan – darunter große Konzerne wie Samsung, LG oder Toyota -, die Milliardensummen in Vietnam investierten.

Allerdings hatte das Land zwischenzeitlich immer wieder mit steigender Inflation zu kämpfen. Die kommunistische Führung, die Vietnam bis 2020 in einen modernen Industriestaat verwandeln will, setzte alles daran, die Probleme in den Griff zu bekommen – offenbar mit Erfolg: Experten rechnen derzeit mit einem robusten Wachstum der vietnamesischen Wirtschaft von etwa sechs Prozent im laufenden und kommenden Jahr.

Die Konjunktur wird durch den fallenden Ölpreis, die niedrige Arbeitslosigkeit und niedrige Zinsen angetrieben. Ein weiterer Pluspunkt: Vietnam hat eine junge Bevölkerung, die in weiten Teilen als fleißig und vergleichsweise gut ausgebildet gilt – mehr als 40 Prozent der Einwohner sind jünger als 25 Jahre.

Viele Probleme am begehrten Standort Vietnam bestehen weiter

Flaschenabfüllung des vietnamesischen Saigon Biers | Bildquelle: REUTERS

Staatskonzerne wie die Brauerei Sabeco, die unter anderem die Marke Saigon herstellt, spielen im Vietnam weiter eine große Rolle.

Andere Probleme aber sind längst nicht ausgeräumt. Fachleute beklagen, dass die Privatisierung maroder Staatskonzerne nur schleppend vorangehe, was auf die Wettbewerbsfähigkeit der vietnamesischen Unternehmen drücke.

Und unter Naturschützern regt sich wiederholt massiver Unmut, weil der Wirtschaftsaufschwung stark auf Kosten der Umwelt geht: Die natürlichen Ressourcen des Landes wie Kupfer, Holz, Öl oder Bauxit würden rücksichtslos ausgebeutet. Außerdem mahnen Kritiker, dass die wirtschaftliche Liberalisierung unter dem Ein-Parteien-System ohne eine unabhängige Justiz in eine „endemische Korruption“ gemündet sei.

Politische Öffnung nicht in Sicht

Von einer politischen Öffnung ist weiter wenig zu spüren: Nicht zuletzt fordern viele der mittlerweile fast 40 Millionen Internetnutzer mehr politische Freiräume – und drücken ihre Forderungen im World Wide Web aus. Genau das hat sich zum Dilemma für die kommunistische Führung entwickelt: So versucht sie einerseits, den Zugang zum Internet zu fördern, um die Wirtschaft zu modernisieren. Andererseits setzt sie alles daran, regierungskritische Meinungen im Netz zu unterdrücken, und überzieht Dissidenten und Aktivisten mit teils drakonischen Haftstrafen.

Source: tagesschau